…und ich frage mich, ob wir die selbe Debatte über Doppelbürger hätten, wenn die Schweiz im Viertelfinal gekommen wär. Vielleicht schon, vielleicht auch weniger. 
Es geht letztendlich gar nicht darum, was man von den Secondos hat und ob man ohne Secondos auch so viel Erfolg in der Nati hätte. Frei, Sutter und Chappuisat sind allesamt genausoweit gekommen wie Shaqiri und co. Wer aber A sagt, muss auch B sagen..und so weiter. Heisst, wer keine Doppelbürger für die Fussballnati will, der darf es nirgends sonst wollen. Wie zum Beispiel in der Schweizer Armee, dort wo Secondos ebenso einen wichtigen Bestandteil der Besatzung bilden. Oder in der Wirtschaft, wo viele leitende Angestellte oder Fachspezialisten ebenfalls einen zweten Pass besitzen. Oder in der Politik, wo bei Gemeindeparlamentariern, komunalen Exekutivpolitikern, Kantonsräten und bis hin zu Nationalräten ebenfalls der 2. Pass nicht selten anzutreffen ist. Seit 1992 wird die Doppelbürgerschaft in der Schweiz erlaubt und seither sind nie ernsthafte Probleme oder Zweifel aufgetreten, die zu einer solchen Debatte geführt haben. Bis Xhaka und Shaqiri plötzlich eine Geste machen. Eine Geste, die rein emotional ist und nichts, aber rein gar nichts mit einer administrativen Identifikation zu tun hat. Wer glaubt, dass sich Secondos mit nur einem Pass – also dem Roten CH-Pass – nicht zu ihren Wurzeln verbunden fühlen, hat nichts verstanden. Diese Symbolpolitik würde gar die Gesellschaft nur noch mehr spalten, als sie es heute schon ist zw. CH-Bürgern und Ausländern. Ich habe ebenfalls 2 Pässe – aber weit mehr “Identäten”. Ich bin Schweizer, mazedonischer Bürger, ethnisch gesehen Albaner und allen voran Zürcher – denn hier bin ich zu Hause. 
Statt dass wir über multinationale Identitäten reden, sollten wir uns auf gemeinsame Werte besinnen. Denn diese haben Lichtsteiner, Shaqiri, Sommer und Xhaka zusammengebracht. Der Mensch hat mehr Würde, als es ein Stück Papier jemals zu beurteilen vermag.